Der optimale Firefox
Nun, ich gebe zu, das ist eine etwas hochtrabende Ankündigung, denn jeder hat natürlich seine eigenen Anforderungen,die sich mit den tausenden von Add-Ons auch fast alle realisieren lassen. Um euch trotzdem ein paar Anregungen zu geben, möchte ich euch hier kurz die Add-Ons vorstellen, mit denen ich Firefox als Mail-Client, Feedreader, Twitter-Programm, zum Übersetzen und als perfekten Browser benutze (alle sind über die Add-On-Suchmaschine von Firefox erhältlich):
- Xmarks: ehemals Foxmarks, synchronisiert dieses Add-On die Lesezeichen und Passwörter mit einem Online-Account, von dem sie auch von unterwegs abrufen kann. Wenn man die Lesezeichen an einem anderen Computer dauerhaft haben möchte, muss man dort nur ebenfalls Xmarks installieren und sich mit dem alten Account einloggen. Funktioniert tadellos, auch wenn man von Zeit von Zeit einen Hard Sync machen sollte (wenn man größere Ordnungen in der Ordnesrstruktur vorgenommen hat, denn sonst bleiben manchmal Reste der alten übrig). Das neue Weaver geht noch etwas weiter, indem es auch Tabs und die History speichert, war aber noch zu faul, es auszuprobieren. Optimal finde ich dagegen FEBE, das in regelmäßigen Abständen das gesamte Profil speichert, so dass man es dann nach Neuinstallation wie ein Backup aufspielen kann.
- AdBlock: nie mehr lästige Werbebanner. Sollte man eine Grafik, die nicht im Filter enthalten ist, ebenfalls loswerden, genügt ein Rechtsklick und Klick auf “Grafik blockieren”. Einer der Hauptgründe, warum ich keine anderen Browser mehr mag – so macht Surfen doch viel mehr Spaß.
- Brief: für mich der perfekte RSS-Feedreader. Schnörkellose Darstellung, sehr übersichtlich. Wer lieber den Google-Reader benutzt, sollte sich Google Reader Watcher anschauen, das einen in der Statusleiste über neu angekommene Feeds informiert. Und wenn man mal keine Zeit hat, alle interessanten Artikel durchzulesen, kann man sie einfach mit ReadItLater speichern. Damit hält man zum einen die Lesezeichen sauber und kann zum anderen von überall auf die Liste mit Lesematerial zugreifen.
- Yahoo!Mail Notifier: da ich einen amerikanischen Yahoo-Account habe, bei dem die Weiterleitung Geld kostet, bleibe ich so über den Status meiner Inbox informiert, ohne Yahoo immer offen haben zu müssen. Ähnliches gibt es auch für Gmail (Gmail Notifier) oder beliebige Pop3-Services (WebMail Notifier).
- TinyURL Generator: generiert vom aktuellen oder markierten Link eine verkürzte URL, z.B. für Tweets.
- Wo wir schon beim Twittern sind: wer nur einen Account hat, wird mit Twitterbar (twittern aus der Adresszeile heraus) und TwitBin (Anzeige der eigenen Zeitleiste in der Seitenleiste) zufrieden sein.
- Wer einfach noch schneller und besser surfen will, sollte sich Firefox Showcase (lädt Links schon im Voraus, sehr praktisch, wenn man auf Fotoseiten wie Flickr surft) und Ubiquity ansehen. Letzteres soll Aufgaben miteinander verknüpften, man kann z.B. Text markieren und direkt an jemanden mailen, noch eine Ortsbeschreibung hinzufügen, etwas bei Google oder Wikipedia suchen etc. etc. Ist praktisch, weil man dann für Kleinigkeiten nicht noch einen extra Tab öffnen muss. Smartfox funktioniert ähnlich (beim Markieren von Text werden Links zu Suchmaschinen angezeigt), ist aber meiner Meinung nicht so vielseitig und elegant wie Ubiquity.
- Thema Suchmaschinen: wie vielleicht bekannt ist, lassen sich nur Klick auf das Symbol neben der Suchleiste verschiedene Suchmaschine auswählen. Man kann auch seine eigenen hinzufügen: wenn man auf der jeweiligen Seite ist, einfach auf das Symbol klicken, ganz unten sollte dann ein Punkt mit “xxx hinzufügen” stehen. Und wem es auch so geht, dass die Suchleiste einfach zu klein ist, sollte Searchbar Autosizer installieren, mit dem man die Suchleiste auf eine beliebige Größe schrumpfen oder dehnen kann.
- Für Chinesisch-Lernende empfehlen sich die Tools von Nciku, mit denen automatisch das beliebte Wörterbuch durchsucht wird, wenn chinesische Zeichen markiert werden. So macht Zeitungslesen Spaß.
- Nach seinen Lieblingslinks sollte man nicht erst in irgendwelchen Ordnern suchen, aber in der Lesezeichenleiste ist zu wenig Platz … Abhilfe schafft FaviconPicker. Nach der Installation Rechtsklick auf den Link machen und Eigenschaften auswählen. Dort kann man nun dem Link ein eigenes Bildchen zuweisen (falls das nicht schon automatisch geschehen ist). Danach einfach alles im Feld Name löschen – und schon passen ca. 10mal soviele Lesezeichen in die Leiste.
- Firefox hat extrem viele Vorteile, aber er kann manchmal auch richtig langsam werden. Dafür installiert man Vacuum Places Improved (Achtung, ist noch in einer Testphase, funktioniert aber bei mir gut), das in Verlauf und Cache ein wenig Ordnung schafft.
Und wenn man dann an dem Punkt ist, dass alles perfekt läuft – dann kommt ein neues Firefox-Update und mindestens die Hälfte der Add-Ons wird wegen angeblicher Inkompatibilität deaktiviert. Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, die nur bei wirklich großen Updates (von 3.0 auf 3.5) wichtig ist. Bei sämtlichen kleinen Updates kann man die Add-Ons ruhig weiterverwenden und wie das geht, wird hier bei Lifehacker sehr gut beschrieben.
In diesem Sinne: viel Spaß beim Surfen!
Nokia N97 – Praxistest
Wie ihr ja früheren Posts entnehmen konnte, warte ich bereits seit der Ankündigung im Dezember 2008 sehnsüchtig auf das neue Nokia-Flagschiff, das N97. Wieder und wieder verzögerte sich der Verkaufsbeginn, aber seit Anfang Juli ist es nun zu haben und seit gut zwei Wochen bin ich selbst stolze Besitzerin eines weißen N97. Hier also mein erster Praxisbericht.
Hardware und Aussehen
Was die harten Fakten angeht, kann das N97 wohl in jedem Bereich mithalten. Einzig über den Prozessor wurde im Vorfeld etwas gejammert, aber wenn sich nicht gerade ein Programm völlig aufgehängt an, reagiert das Handy relativ schnell (definitiv nicht langsamer als das iPhone). Ab und an bekomme ich eine Meldung: “Speicher belegt”, was aber gewöhnlich daran liegt, dass im Hintergrund noch ein Spiel läuft, und sich mit Beendigung selbigen lösen lässt. Vom Aussehen her gibt es wirklich überhaupt nichts auszusetzen: es liegt sehr angenehm in der Hand, sowohl im Porträt als auch im Landschaftsmodus mit ausgeklappter Tastatur (der Klappmechanismus ist übrigens wirklich so toll, wie überall beschrieben wurde). Trotz Plastikabdeckung auf der Rückseite macht das N97 einen sehr hochwertigen Eindruck und wirkt viel edler als das Nokia 5800. Mit der QWERTZ-Tastatur komme ich gut zurecht, nach kurzer Eingewöhnung vertippt man sich nur noch selten. Das D-Pad auf der linken Seite ist ebenso wenig ein Problem wie die Space-Taste rechts unten (beides sogar sehr angenehm); einziges Manko ist für mich die Symbol-Taste (für das direkte Einfügen von Sonderzeichen) direkt neben der Caps-Taste (die man für jede Zahl und jedes Satzzeichen braucht) – auf die komme ich häufig aus Versehen. Die Tasten für Send und End, Menü, Kamera und Bildschirmsperre funktionieren gut – die letztere ist bei manchen Exemplaren wohl recht wackelig, aber bei mir okay. Als Nachteil empfinde ich, dass der Stylus nicht irgendwo im Gerät verstaut werden kann – man braucht ihn zwar nicht direkt, aber warum sollte man ihn nicht dabei haben können? Die Kamera ist bei guten Lichtverhältnissen recht brauchbar, aber in den Urlaub werde ich trotzdem meine Digicam mitnehmen. Noch ein Wort zum Akku: berauschend ist die Leistung nicht gerade, aber man kommt etwa 1,5 Tage damit aus.
Software und Bedienung
Glücklicherweise war Nokia wohl bewusst, dass die Firmware bei Auslieferung noch nicht das Gelbe vom Ei war, und hat innerhalb weniger Tage ein Update nachgeliefert. Bevor ich das nicht aufgespielt hatte, lief so gut wie gar nichts, ständige Abstürze etc. … aber Ende gut, alles gut, momentan läuft mein N97 recht stabil. Zum Betriebssystem: Nokia setzt weiterhin auf Symbian und das ist, man muss es sagen, so gar nicht mit dem iPhone zu vergleichen. Es ist nicht direkt schlecht, sondern halt ein herkömmliches Betriebssystem, wie man es von x Handys kennt, und leider nicht besonders intuitiv. Manche Menüpunkte sind sehr verschachtelt, die Belegung der Softkeys oft nicht einleuchten; nach kurzer Eingewöhnung, die auch nicht länger als bei anderen Modellen ist, kommt man trotz allem gut damit zurecht. Der Touchscreen reagiert definitiv besser als beim Nokia 5800, braucht aber trotzdem manchmal einen Tick zu lange, vor allem beim Surfen. Fotos durchswitchen funktioniert dagegen hervorragen – aber nur, wenn die Fotos nicht zu groß sind, mit den Bildern von meiner Digicam gab’s echte Probleme (wurden überhaupt nicht geladen und alles hat sich aufgehängt).Video- und Music-Player sind Standardprogramme, die für den Alltagsgebrauch durchaus ausreichen – hier gibt es aber auch eine Reihe von Alternativen von Drittanbietern, einfach mal auf diversen Symbian-Seiten suchen, viele ältere Programme funktionieren auch auf dem N97.
Genauso gut wie erwartet ist die Sache mit dem personalisierten Startbildschirm. Noch gibt es zwar kaum zusätzliche Widgets, aber die vorhandenen für Emails, Rss-Feeds und Facebook nutze ich gern und oft. Schade nur, dass ich auch zwei Reihen für Schnellzugriffe opfern muss (neuinstallierte Programme sind sonst nur mit ewig vielen Klicks und Scrollen zu erreichen). Ein zweiter, dritter, … Startbildschirm wäre da echt eine feine Sache – vielleicht kommt das ja mit dem nächsten Update.
Zusätzliche Programme und Personalisierung
Die vorinstallierten Programme sind solala (einzig Qik, mit dem man direkt Videos in annehmbarer Qualität streamen kann, ist richtig cool) und der heiß ersehnte Ovi-Store kommt auch nur langsam in die Gänge. Von den vorhandenen nützlich sind aber auf jeden Fall Nokia Messaging (das mit dem letzten Update automatisch installiert wurde), Google Maps (hat zwar keine Kompass-Funktion wie Karten von Ovi, reagiert aber deutlich schneller und bietet eine bessere Suche) und kleine Gimmicks wie die Wasserwaage oder der Kompass. Für Spiele ist dank n-Gage reichlich gesorgt. Ansonsten kann man sich, wie oben gesagt, auf den zahlreichen Symbian-Seiten umsehen und sein Glück mit älteren Sachen probieren – oder einfach ein bisschen abwarten, denn auch ein App-Store ist nicht vom Himmel gefallen, sondern hat sich allmählich aufgebaut. Über kurz oder lang wird man sicherlich alle Wünsche auch mit dem N97 befriedigen können.
Fazit
Fangen wir mit der schlechten Nachricht an. Das N97 hat einige Bugs/Nachrüstungsbedarf, konkret:
- Wenn man mehr als einen Webfeed abonniert, hängen sich sämtlich Online-Widgets auf, was nur durch einen harten Reset behoben werden kann. Ein Feed, der auch als Widget angezeigt wird, ist okay, aber zwei würde ich nur ausprobieren, wenn sonst noch nichts personalisiert wurde (geht beim Reset sonst natürlich verloren).
- Verbindung mit dem Computer: manchmal wird es als Massenspeicher nicht erkannt, dann wieder nicht im PC-Suite-Modus. Da hilft nur Neustart von Handy und/oder Computer – ärgerlich.
- Mehrere Startbildschirme wären dringend nötig.
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Normale Handys (und dazu zählt das N97 im Gegensatz zum iPhone) können nicht verschiedene Sprachpakete installiert haben; Deutsch und Chinesisch ist ein absolutes No-Go. Für die Anzeige von chinesischen Zeichen habe ich mir mit Font-Trick (einfach einen chinesischen Font nehmen) beholfen, aber noch fehlt eine kompatible Eingabemethode. Für mich ein echter Nachteil!
Jetzt die gute Nachricht: das N97 ist trotz kleiner Macken ein wirklich gutes Handy; ich liebe es für seine Tastatur und die Widgets und außerdem sieht es verdammt gut aus
. An die Menüführung gewöhnt man sich und das mit den Drittanbieter-Programmen wird schon noch kommen. Klar verzweifle ich manchmal, weil irgendwas nicht klappt, aber das ist mit dem iPhone nicht anders (und sowieso mit jedem technischen Gerät, das man öfters benutzt). Was man aber auch sagen muss, ist, dass Nokia eben ein altes Betriebssystem genommen und eine neue Eingabemethode hinzugefügt hat, während Apple mit dem iPhone etwas völlig Neues entwickelt hat, das in vieler Hinsicht moderner wirkt. Ich weiß, dass für mich das iPhone trotz chinesischer Sprachunterstützung keine Alternative wäre wegen der Tastatur, der Abhängigkeit von iTunes und der schlechten Kamera, aber ich bin trotzdem nicht so vermessen, zu sagen, dass das N97 ein echter Konkurrent wäre. Dafür kommt viel eher das Palm Pre in Frage – aber das steht ja hier nun nicht zur Diskussion.
Twitter – die Dritte
Okay, ihr haltet mich jetzt sicher für wankelmütig und illoyal, aber nach einer Woche Benutzung stellte sich heraus, dass auch twibble nicht die optimale Desktop-Anwendung für Twitter für mich war. Zum dritten Mal also ins Fan-Wiki, wobei meine Quote heute wirklich gut ist: nur eine Anwendung installiert und gleich vollauf zufrieden!
Mein neuester Favorit (und wirklich, ich glaube, bei diesem werde ich bleiben …) heißt Seesmic. Seesmic bietet ein volles Fenster im Mac-Style (über dieses kleine Manko will ich mal hinwegsehen *gg*), das mit beliebig vielen Säulen gefüllt werden kann. In diesen Säulen kann man nicht nur die Nachrichten eines bestimmten Accounts (neben mehreren Twitter-Accounts kann man auch Facebook mit Seesmic verwalten) anzeigen lassen, sondern auch direkte Nachrichten, Replies oder auch nur die Tweets bestimmter Leute aus verschiedenen Accounts – man kann nämlich seine Kontakte Account-übergreifend in Gruppen organsisieren! Man nehme noch hinzu, dass man über Seesmic auch folgen und nicht-folgen sowie Leute und Begriffe suchen kann und natürlich auch direkt Links kürzen und Photos posten kann – und fertig ist die perfekte Twitter-Anwendung!
Wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, muss sich einfach nur das Demo-Video angucken
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Twitter II.
Es stellte sich heraus, dass TwitBabble doch nicht das gelbe vom Twitter-Ei war (hatte immer Probleme mit der Verbindung). Also war ich heute mal wieder etwas länger im Twitter Fan-Wiki und habe mich wahllos durch einige Links geklickt. Hier meine Ergebnisse:
- Witty: startet ziemlich langsam, nur für einen Account geeignet.
- Twittle: ließ sich überhaupt nicht installieren
- Twitter Thingy: übersichtliches Design in drei Reitern und funktionell, allerdings auch nur für einen Account und keine sonstigen Features wie Followers.
And the winner is … Twibble! Noch ziemlich neu, hat es trotzdem alles, was man so braucht und verbindet sich ohne Probleme. Interessant und ungewöhnlich ist die Idee, dass die Timelines aller Accounts zusammengefasst werden – eigentlich ziemlich praktisch, weil es das Hin- und Herschalten zwischen verschiedenen Fenstern überflüssig macht. Gut gefällt mir auch, dass man Fotos direkt per Drag&Drop twittern kann. URLs werden ab einer bestimmten Länge von Twitter selbst gekürzt. Weitere Funktionen: das Filtern der eigenen Timeline nach bestimmten Schlagworten und die permanente Suche, bei die gesamte Public Timeline dauerhaft nach einem Begriff durchsucht werden kann. Die farbliche Gestaltung bleibt einem bei Twibble völlig selbst überlassen und auch die Schriftgröße kann angepasst werden. Was fehlt, ist eine direkte Verwaltung von Followern etc., aber trotzdem: insgesamt fünf Sterne von mir!
HowTo: Twitter für absolute Anfänger
Obwohl Deutschland vom Twitter-Hype größtenteils unberührt geblieben ist, kommt man als pflichtbewusster Netzbürger wohl kaum darum herum, das Zwitschern wenigstens einmal auszuprobieren. Und jüngste Ereignisse wie die Bundespräsidentenwahl haben ja gezeigt, dass es sich durchaus lohnen kann, mit vor Ort zu sein …
Also, hinein ins Getümmel und einen Account anlegen. Der lässt sich unter Settings auch schön gestalten, sogar ein eigenes Hintergrundbild kann man hochladen. Ein Foto oder Icon ist auch nicht schlecht, weil das den Wiedererkennungswert in der Community doch erheblich steigert. Und dann? In Twitter geht es darum, anderen Leuten zu folgen und von ihnen verfolgt zu werden. Das bedeutet nichts Anderes, als dass deren Nachrichten dann in der eigenen "Timeline” [persönliche Startseite bei Twitter] erscheinen und umgekehrt. Merke (um das zu kapieren, habe ich lange gebraucht): die Leute, die dir folgen, sehen aber nur das, was du selbst twitterst [posten] , nicht aber das, was die von die Verfolgten twittern. Dafür gibt es ja denn den Retweet (RT), bei dem du einfach den Tweet [Post]eines anderen wiederholst und ihn so auch für deine Follower zugänglich machst. Ein weiteres Merkmal sind die sog. Hashtags, die die Form #tag haben und ans Ende oder den Anfang eines Tweets geschrieben werden, um den Zusammenhang mit einem bestimmten Thema klarzumachen. Die Tweetiquette (wie findet ihr meine Schöpfung?) verlangt, dass man Hashtags sparsam einsetzt. Noch eine Abkürzung: @user wird benutzt, wenn man eine bestimmte Person anspricht oder ihr antwortet; im Gegensatz zur direkten Nachricht ist dieser Tweet aber trotzdem für alle sichtbar. Wenn man bedenkt, dass man nur 140 Zeichen twittern posten kann, sind das auch schon ganz schön viele Regeln. Zum Glück gibt es Tiny-URLs [verkürzt URLs auf wenige Zeichen, bei den meisten Anwendungen integriert], so dass man wenigstens für Links nicht viele Zeichen verschwenden muss.
Soviel also zur Technik. Wie man das Ganze dann nutzt, dafür muss jeder Twitter-User seine eigene Antwort finden. Am naheliegendsten ist wohl, das Ganze als eine Erweiterung der Status-Updates zu sehen und einfach für Freunde und Familie zu twittern, was man gerade macht. Auf jeden Fall eine nette Idee, nur braucht man dafür eben auch ein Netzwerk, und wie eingangs erwähnt, sind die deutschen Twitter-User wohl noch eine Minderheit. Für Facebook lässt sich Twitter auch nutzen, wie ich ja hier erläutert habe. Twitter kann aber auch ein Ersatz für RSS-Feeds sein; alle großen und kleinen Nachrichtenseiten sind auch auf Twitter vertreten und so lässt sich eine persönliche Mischung an Nachrichten zusammenstellen. Das ist praktisch, aber nicht wirklich anders oder besser als ein herkömmlicher Feedreader.
Viel interessanter also die Tweets, die man sonst nirgends findet: kurze Zwischenmeldungen von Politikern und Parteien oder Live-Berichte von Journalisten und solchen, die es werden wollen. Bloggen hat die Nachrichtenverteilung auf eine persönlichere Ebene gebracht, Twitter fügt dem nun gemäß seiner Ankündigung als Mikroblogging-Service eine dynamische Komponente hinzu: ein Tweet schreibt sich schnell und einfach wie eine SMS und ist damit natürlich wesentlich einfacher aktuell zu halten als ein vollständiges Blog. In einem Tweet lassen sich auch all die Kleinigkeiten unterbringen, für die sich ein ganzes Posting in einem normalen Blog nicht lohnt, also hauptsächlich Links und kurze News. Aus diesem Grund ist es nützlich, von Blogs, die man regelmäßig liest, auch den Tweet zu abonnieren (die meisten Blogger nutzen ihren Tweet auch als RSS-Ersatz und informieren so nochmals über neue Einträge). Wie ihr vielleicht festgestellt habe, gibt es bei mir in der Seitenleiste auch meine aktuellen Tweets zu lesen. Wer mir folgen möchte: hier mein Twitter-Account.
Was ich aber bisher am interessantesten finde, ist die Beobachtung der Public Timeline [die Tweets aller User]. Dafür eignet sich eine Seite wie Twitscoop gut, denn hier kann man in Echtzeit verfolgen, welche Begriffe gerade am häufigsten in den Tweets auftauchen. Und erstaunlicherweise spiegelt das ziemlich genau wieder, was die Community zur Zeit gerade bewegt – egal, ob das nun die WWDC, die Europawahl oder ein neues Feature von Facebook ist. Zugegebenermaßen zeigt sich hierein auch die Homogenität der Twitter-User (hauptsächlich technikbegeisterte US-Amerikaner), aber ein besseres Mittel, um am Puls der Zeit zu bleiben, gibt es quasi nicht. Also unbedingt den Tweet von Twitscoop abonnieren, der euch dann automatisch über die heißesten Topics informiert. Ähnlich funktioniert die Seite von Hashtag, nur eben für Hashtags.
Wer sich dann ein wenig in Twitter eingelesen hat und womöglich mehrere Accounts (für verschiedene Blogs, privat, News etc.) zulegt hat, stößt bald an die Grenzen der Twitter-Seite selbst. Ein Programm von einem Drittanbieter muss also her. Für Firefox gibt es etliche Erweiterungen: Twitterbar ermöglicht es, direkt von der Adressleiste aus zu twittern, was für das Twittern von Links sehr praktisch ist; das Lesen von Tweets geht aber natürlich nicht. Dafür bräuchte man dann eher Twitbin, das in einer Seitenleiste die eigene Timeline darstellt. Wer allerdings mehrere Accounts hat, wird um eine richtige Desktop-Anwendung nicht herumkommen. TweetDeck ist zwar sehr beliebt, kann aber nur einen Account managen. Bei Twhirl dagegen kann man sich in beliebig viele Accounts gleichzeitig einloggen, welche dann in verschiedenen Fenster geöffnet werden. Klein und ressourcensparend, aber mir persönlich zu unübersichtlich mit all den Fenstern und auch zu klein, als dass man angenehm lesen könnte. Wer gerne mehrere Sachen miteinander kombiniert, wird sich über Digsby freuen, das verschiedene IM’s wie ICQ, GoogleTalk oder AOL mit Email-Notifier und Social Networks wie Twitter und Facebook vereint. Vom Prinzip her super und die Darstellung der Tweets ist auch sehr übersichtlich, allerdings gab es bei mir Probleme mit der Firewall, die zu lösen ich zu faul war. Hinzu kommt, dass sich Sonderaufgaben wie die Verwaltung von Followern und Followees über die Oberfläche von Digsby nicht machen lassen. Momentan bin ich also zu TwitBabble übergangen. Noch ziemlich am Anfang der Entwicklung, reicht es für mich jedoch völlig aus: ein übersichtliches Fenster, in dem man zwischen den verschiedenen Accounts wechseln kann und Buttons u.a., um die eigenen Follower zu sehen, URLs zu verkürzen oder Fotos zu twittern. Einzig eine anständige Suchfunktion für Begriffe fehlt noch, aber dazu greife ich sowieso auf TwitScoop zurück.
So, dann macht es euch mal gemütlich in der schönen neuen Twitter-Welt … hoffe, man sieht sich!